Definition Uro-Geriatrie

Der geriatrische Patient wird von der Dt. Gesellschaft für Geriatrie, der Dt. Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie sowie von der Bundes-Arbeitsgemeinschaft geriatrischer Einrichtungen als über 70jährig und multimorbid oder über 80jährig definiert. Dabei sei das numerische Alter nicht zielführend, sondern die alterstypische Multimorbidität, die spätestens bei dem über 80jährigen, vulnerablen Patienten zu einer Bedrohungslage im Hinblick auf Chronifizierung und Autonomieverlust führt.

Zu den geriatrischen Hauptthemen gehören 5 mit „I“ beginnende Bereiche: Immobilität, Instabilität (i. S. von Sturzneigung), Irritabilität (s. S. von kognitiven Defiziten, Delir), Inkontinenz und die iatrogene Schädigung.

 

Die Uro-Geriatrie bearbeitet dabei 2 Bereiche: Es sind

  1. Die genannten geriatrischen Hauptthemen bei urologischen Patienten
  2. Altersveränderungen und typische Erkrankungen des Harntraktes bei Hochbetagten und deren Folgen in und jenseits des Harntraktes

Im Einzelnen lassen sich dabei folgende Themenfelder abgrenzen:

  • Immobilität: Indikation, Durchführung, Folgen und Alternativen zur Harnblasenlangzeitdrainage

Instabilität/Sturzneigung: Einflüsse und Folgen von Operationen und medikamentösen Therapien auf urologischem Sektor, Drangsymptomatik (OAB[PDmRK1] )

  • Irritabilität/Kognition: Veränderungen der Kognition nach urologischen Eingriffen und unter urologischer medikamentöser Therapie
  • Harninkontinenz: Besonderheiten der Ätiologie, Diagnostik und Therapie der Harninkontinenz bei Hochbetagten und deren Einflüsse auf den Selbstbestimmungsgrad, die Mobilität und Lebensqualität
  • Iatrogene Schädigung: Einflüsse der nicht-urologischen und urologischen Medikation Comedikation auf den Harntrakt und andere Organsysteme

 

  • Besonderheiten bei Ursachen, Diagnostik und Therapie von Blasenfunktionsstörungen wie z. B. die Blasenatonie bei Hochbetagten
  • Symptom „Makrohämaturie“ z. B. auch als Ausdruck von Medikamentenfolgen und Medikamenteninteraktionen im Spannungsfeld zwischen Blutverdünnung und Harntrakt-Risikofaktoren wie Blasenentleerungsstörungen, Infektionen, anatomischen Harntraktveränderungen z. B. bei BPH[PDmRK2]  und anderen
  • Ergebnisse, Folgen und besondere Nebenerscheinungen von Operationen auf urologischem Fachgebiet bei Hochbetagten
  • Sinnhaftigkeit und Nutzen von verschiedenen Assessments bei urologischen Patienten[KH3] 
  • Nebenwirkungen und Folgen von etablierten urologischen Behandlungsmethoden bei Hochbetagten im Vergleich mit Jüngeren

Die Uro-Geriatrie bewegt sich dabei im Grenzbereich von Urologie und Geriatrie und kümmert sich im Hinblick auf die demographische Entwicklung und die besonders in der Urologie zu erwartende Zunahme altersbedingter Erkrankungen auf urologischem Sektor um eine fachübergreifende Herangehensweise an diese Erkrankungen. Sie importiert geriatrische Methoden in die Urologie und exportiert urologischen Know-how bei Erkrankungen des Harntraktes in die Geriatrie und andere Fachrichtungen.

 

Positionspapier Uro-Geriatrie

 

Links

Die Seiten der Deutschen Urologie
https://www.urologenportal.de/index.html

Die Urogeriatrie ist in der Urologie angekommen
https://link.springer.com/article/10.1007/s00120-021-01744-w

PubMed - Prof. Dr. med. Andreas Wiedemann
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?term=Wiedemann+Andreas`

 S2k-Leitlinie Hilfsmittelberatung
https://register.awmf.org/assets/guidelines/043-054l_S2k_Hilfsmittelberatung_2020-10_1.pdf

Harninkontinenz bei geriatrischen Patienten – Diagnostik und Therapie
https://register.awmf.org/assets/guidelines/084-001l_S2e_Harninkontinenz-bei-geriatrischen-Patienten-Diagnostik-Therapie_2024-01_1.pdf

 

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